Veloclub Corona Weiden e.V.

Adelheid 3. bei der WM!!

05.09.2008

Francesco behängt Adelheid Schütz mit Bronze
Am Montag den 24. August 2008 haben sich meine Frau Adelheid und ich nach St. Johann in Tirol aufgemacht. Adelheid wollte dort beim Zeitfahren anlässlich der UCI Masters World Championship starten. Kurz vor St. Johann hat uns dann bereits die Polizei angehalten, da immer in der letzten Augustwoche in Tirol die Rennradler Vorfahrt haben. Ein Radler-Paradies! Als das Feld von vielleicht 200 Jedermännern auf der Jagd nach dem UCI Road Worldpokal samt Begleitfahrzeugen durch waren, konnte sich Adelheid vom Auto aus einen ersten Eindruck von der Zeitfahrstrecke machen. Und wie immer war ihr erster Eindruck angesichts unerwarteter „Hammerberge“ so schlecht, dass sie gleich wieder umkehren wollte. Bei der Streckenbesichtigung mit dem Zeitfahrrad noch am gleichen Tag stellte sich die Wand als mittlerer Hügel heraus, den sie auf dem großen Blatt glatt bügeln kann.
Am Mittwoch fing das Zeitfahren bereits um 8 Uhr an. Bei Kaiserwetter fuhren sieben Stunden lang 700 Teilnehmer aus aller Welt im Alter von 30 bis 80 mit ihren Bolliden direkt an unserer Pension vorbei. Einfach geil, Stunde um Stunde war nur das Böllern von fetten Vorderrädern und Scheiben zu hören. Die Atmosphäre am Start war super. Um 3/4 zwölf stürzte sich unsere total aufgeregte Adelheid von der Rampe, um sich auf die 20 km lange Hatz gegen die Uhr zu machen. Nach jedem Kilometer stand ein Schild mit den noch zu fahrenden Kilometern. Erstaunlich, wie kaputt man nach drei Kilometern Radfahrens sein kann. Die Fahrerin, die vor ihr gestartet war, wurde noch vor dem Wendepunkt eingeholt. Doch dann klaffte eine große Lücke, denn es waren gemeldete Fahrerinnen nicht angetreten. Adelheid war allein auf weiter Flur, es fehlte der Sog eines Konkurrenten, den man eventuell noch überholen könnte, oder ein Angreifer, der im Nacken sitzt und droht, zu überholen. In solchen Momenten fällt es schwer, das letzte Quäntchen Leistung aus sich heraus zu quetschen. Noch fünf Kilometer – beißen, bloß nicht langsamer werden! Der Bauch grummelte vom Magen-Darm-Infekt. Noch vier Kilometer. Ein Blick nach hinter verriet, dass sie nicht mehr überholt werden würde. Noch zwei Kilometer. Wenn der Coach fordert, bis zum Ende die Leistung zu steigern, muß man sich schließlich am Riemen reißen…. Zum Glück hatten wir die Streckenlänge immer wieder trainiert. Genau 28 Minuten und 9 Sekunden später flog sie völlig erschöpft durchs Ziel. Bange 30 Minuten später war klar, dass sie als Dritte mit einem Rückstand von 35 Sekunden auf die Seriensiegerin Doris Posch aus Österreich und 10 Sekunden hinter der Russin Inna Panina aufs Stockerl steigen durfte. Und so kam es, dass Adelheid am Abend vor 1000 Zuschauern in einer ergreifenden Zeremonie aus den Händen von Francesco Moser Pokal und Bronzemedaille empfangen durfte. Als Dreingabe gab’s noch Wein vom Weltmeister persönlich gekeltert - lecker. Es war ein wunderbares Erlebnis.

Euer Rainer Völkl


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