Veloclub Corona Weiden e.V.

Freeriding Coronas - last die Schwerkraft ihr Werk vollbringen!

27.07.2015

Der VC Corona hat das Gelände für eine eigene Mountain-Bike Übungsstrecke!

Der FC Bayern hat die Allianz-Arena, die Blue Devils die Hans-Schröpf-Arena und der VC Corona zieht da gleich und hat seit kurzem ein Gelände für einen eigenen Enduro-Trail.

Wie kommt jetzt das?
Bereits vor acht Jahren versuchten einige Aktive um die Brüder Bonkoß von der Stadt Weiden ein MTB-Übungsgelände zu bekommen – leider ohne Erfolg. Zwei Jahre später begann dann eine Gruppe Weidener Mountain-Biker eine bereits gebaute Strecke zu legalisieren. Das war nicht einfach und mit vielen Gängen zu noch mehr Ämtern in der Stadtverwaltung verbunden. Trotz wohlwollenden Nickens bei einer Stadtratssitzung wurde in Weiden aber zunächst nichts draus. Es kam nur der Bescheid zum Rückbau der bereits genutzten Strecke.
Die Biker orientierten sich daraufhin im Landkreis, bekamen sogar ein geeignetes Privatgrundstück überlassen, besuchten den Landrat, fingen an, eine Strecke aufzubauen, aber wieder scheiterte das Projekt an der Genehmigung. Wieder musste rückgebaut werden, der Frust saß tief und es war kein Wunder, dass einige der Akteure dem Unterfangen den Rücken kehrten.
Ein kleiner Kern blieb aber bei der Sache und vor etwa zweieinhalb Jahren stieg der VC Corona mit ein. Als dann Herr Winter, der Stadtförster, das Gelände an der Rennerhöhe vorschlug, wurde eine legale Mountain-Bike–Strecke wieder greifbar. Herr Winter organisierte, besprach und regelte von Seiten der Stadt Vieles. Herbert Deutschländer, Ernst Ehl, Leo Putzenlechner und Johannes Kohl arbeiteten von Seiten des VC Corona kontinuierlich an dem Projekt. Man besprach sich mit Mountain-Bikern vor Ort, der Streckenverlauf wurde festgelegt und ausgesteckt, mit Herrn Winter und der Nachbarin erörtert, ein Plan wurde erstellt, Versicherungen abgeschlossen, eine facebook-Gruppe (Enduro-Trail Weiden) eingerichtet, viel Kleinkram erledigt und schließlich der Pachtvertrag ausgearbeitet und unterzeichnet.

Downhill-Strecke? Freeride-Parcours? Enduro-Trail? Was entsteht denn da eigentlich?
Das wird keine Downhill-Strecke, auf der wilde Reiter mit ihren Boliden über 15-Meter-Sprünge ins Tal glühen und das wird auch kein Freeride-Parcours, auf dem Rad-Akrobaten mit Rückwärtssalto und 360°-Drehung von meterhohen Holzgestellen droppen.
Es wird ein Enduro-Trail gebaut, eine Radspur, die das vorhandene Gelände ausnutzt. Für ein Plus an Fahrspaß wird sie ergänzt durch leicht überhöhte Kurven und einen Sprung, über den man aber auch rollen kann. Alles eher geschmeidig als wild und verwegen.

Mountain-Bike-Enduro, was ist das gleich wieder?
Als Wettbewerbsform sieht ein Enduro-Rennen so aus, dass auf einer drei- bis vierstündigen Runde über Wege im Gelände fünf bis acht Wertungsprüfungen („Stages“) eingebaut sind. Die Wertungsprüfungen führen in anspruchsvollem Gelände hauptsächlich bergab, haben aber auch ebene Abschnitte und Gegenanstiege. Das bedeutet, dass man zum Start der Wertungsprüfungen auf der großen Runde immer wieder hochkurbeln muss. Gewonnen hat, wer die kürzeste Gesamtfahrzeit in den Wertungsprüfungen erzielt und auf der Runde ein Zeitlimit nicht überschreitet. Um nicht unvorbereitet zu sein, fährt man die ganze Runde üblicherweise am Tag zuvor schon einmal ab. Zudem entscheidet am Vorabend ein Sprintrennen („Prolog“) über die Startaufstellung. Fahrkönnen bergab, Ausdauer für zwei Tage Mountain-Biken, so ein Enduro-Rennen ist nicht ohne.
Entspannt hoch, flott runter – nach diesem Enduro-Motto kann man natürlich auch ohne Wettbewerb fahren.

Und warum jetzt so ein Enduro-Trail in Weiden?
Das hat mehrere Gründe. Zuallererst, weil es das ist, was die meisten Interessierten möchten. Es hat sich bereits beim Ortstermin letzten Herbst gezeigt, es wurde so auch in der eigens eingerichteten facebook-Gruppe und bei Mountain-Bike-Ausfahrten diskutiert.
Dann ist ein Enduro-Trail einfach zu bauen, instand zu halten und zu genehmigen.
Weiterhin haben wir mit Leo Putzenlechner einen international startenden Enduro-Piloten im Verein. Er beherrscht aus seinen wilden Zeiten auch 15-Meter-Sprünge, Rückwärtssaltos, 360°-Drehungen und einiges mehr, aber inzwischen sind Enduro-Wettbewerbe sein Ding. Und er fährt mit seiner VC-Corona-Lizenz dabei nicht nur bei deutschen und europaweiten Rennserien, sondern auch bei der deutschen (7.Platz!!!) und der europäischen (bei Neuschnee!) Enduro-Meisterschaft.
Und schließlich wissen Leo und Johannes Kohl, der auch schon bei nationalen Enduro-Wettbewerben startete, wie man einen Trail so baut, dass man mit einem breiten Grinsen darauf fahren kann.

Wie schaut´s vor Ort aus?
Inzwischen wurden im ersten, oberen Bauabschnitt schon fleißig Waldarbeiten erledigt, die von Herrn Winter genehmigten Bäume gefällt, Gestrüpp beseitigt, so dass man sich den geplanten Streckenverlauf recht gut vorstellen kann.
Wer Lust hat, kann sich auf der Rennerhöhe (Einstieg etwa 100m vor dem Reittherapie-Zentrum links den Hang hinunter) schon mal umschauen. Fahren geht noch nicht, aber wenn weiter so fleißig gearbeitet wird, geht’s in großen Schritten weiter.
Rainer Völkl hat recht: eigentlich müssten jetzt noch Fotos her. Und bevor wir am Samstag loslegten, haben wir auch noch daran gedacht aber gleich darauf im Arbeitseifer auch schon wieder vergessen. Wer also schwitzende Männer mit martialischen Kettensägen und sexy Schnittschutzhosen sehen will, muss sich noch ein wenig gedulden. Beim nächsten Einsatz wird fotografiert. Versprochen.

Rudi Kohl




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