Veloclub Corona Weiden e.V.

Herbert Deutschländer beim Keiler MTB Marathon

17.06.2017

Der Keiler Bike Marathon, eine der schönsten MTB-Strecken und nach 20 Austragungen eine Legende. Was habe ich hier schon geschwitzt. Den sollte es eigentlich nicht mehr geben. Doch die Mannschaft um Arno Endes startete entgegen Ihrer Ankündigung doch wieder durch und so zog der RV Viktoria Wombach am Wochenende wieder eine großartige MTB-Veranstaltung durch, die vom Kids-Rennen bis zur MTB Bundesliga alles enthielt, was der MTB-Sport im Ausdauersegment hergibt. Danke dafür, Arno!
Nach meinem 6. Platz im letzten Jahr, als mir lediglich 1 Minute zum Podest fehlte, war das die Chance meine offene Rechnung doch noch zu begleichen.
Also Daten vom letzten Jahr analysiert, Marschtabelle erstellt, Flüssigkeits- und Kohlehydrataufnahme geplant, Starterliste gecheckt und trainingsmäßig bestmöglich vorbereitet.
Das Material, ein GHOST AMR 10 LC 29er, natürlich bestens in Schuss. Ein treues und zuverlässiges Bike, das einiges unter mir zu ertragen hat…
Tag der Wahrheit:
Bei der Startaufstellung mit in die erste Reihe gequetscht und los ging‘s. In der neutralen Phase konnte ich hinter dem Führungsfahrzeug ja noch eine gute Position behaupten. Aber dann war‘s vorbei mit lustig. Kaum war die Kiste weg und das Rennen offen, ging die Post ab. Klar sind die Jungen schneller. Ohne Überblick über die Konkurrenten meiner Altersklasse ging es also in den ersten Anstieg. Nicht meine absolute Stärke, aber die Marschtabelle verlangte Zähne zusammenbeißen. Es dauerte nicht lange und die Beinmuskulatur war mit Laktat geflutet, kein Wunder bei Werten deutlich über 300 Watt. Höllentempo, Schmerz und Schweiß. Dann den Ersten und Dritten vom letzten Jahr im Blick. Keine Ahnung ob noch ein Anderer weiter vorne ist. Am ersten Gipfel, am Neustädter Tor, eine Minute vor der Marschtabelle, gut so, aber die beiden waren ja noch da. Also Versuch in der Abfahrt und die haben es im Spessart in sich. An die Spitze setzten und laufen lassen…handtuchschmale Trails bei max. 48 Sachen, Adrenalin und Endorphin pur. Eigentlich völlig verrückt, aber ich liebe es, das seit mehr als 35 Jahren mein Sport.
Doch die Konkurrenz bleibt scheinbar unbeeindruckt, also wieder rauf, diesmal zur Aurora. Überholen hier schlecht möglich, zu schmal, zu steil. Die Einfahrt leicht tricky, 180grad Kehre aus einem Forstweg heraus mit 30 Sachen hoch in den Pfad. Meine Ortskenntnis bestens, also als erster reingefahren. Einer der Beiden quetscht sich schließlich vorbei. Ratter Ratter im Kopf, nix schlimmer als am Berg den Konkurrenten cm für cm davonziehen zu sehen. Ruhig bleiben und Kräfte einteilen, am Anfang schließlich schon genug verschleudert. Oben 2 Minuten vor der Marschtabelle, ich denke schon an das Podest. Megatrail ins Tal, da läuft es bei mir. Den Anderen abgehängt, noch mal 5 km hoch, wieder Aurora. Plötzlich ist er wieder da. Also doch auf Biegen und Brechen, ich gehe ans Äußerste, er wehrt sich. 4 Minuten vorne. Ich der welligen Abfahrt kommen noch ein paar Youngsters von hinten, ich kann mich andocken. Er ist plötzlich weg. Noch 200 Höhenmeter, die Beine schreien, Krämpfe kündigen sich an, ich muss rausnehmen. Endlich die finale Abfahrt, jetzt brennt nix mehr an. Dann der Zieleinlauf…Erlösung und Erfolg 2. Platz AK3, was für ein Sport!


weitere Infos: http://my4.raceresult.com/65853/results?lang=de#1_DA643B
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