Veloclub Corona Weiden e.V.

Nordkaptour von Wolfgang Stöckl

08.02.2019

Wolfgang Stöckl, ein Mitglied unseres Vereins, machte uns die Freude und zeigte einen Dia-
Vortrag über seine Radtour mit einem sogenannten Ghost Gravel Bike, von Rothenstadt nach Norwegen ans Nordkap.
Das Nordkap, ein aus dem Eismeer emporragendes Schieferplateau ist lt. Wikipedia schon seit Jahrhunderten ein begehrtes Reiseziel von Touristen aus aller Welt. Es liegt auf der Insel Mageroya und ist der nördlichste, auf einer Straße zu erreichende Punkt Europas.
Das bemerkenswerte an dieser Reise ist, dass Wolfgang als Kind bei einem Unfall einen Arm verloren hat und mit einer Spezialanfertigung am „Cockpit“, also am Lenker, und 10 kg Gepäck, allein auf sich gestellt die Reise antrat.

„The wonhanded Bändit – Mutmachtour solo aus eigener Kraft - von Roadnstod ans Nordkap, lautete die Überschrift seines Vortrags.
Wie die meisten wissen, ist er ein extrem guter Sportler – Paraolympicteilnehmer im Schießen, Teammitglied beim Race across America, dem härtesten Radrennen der Welt und dann radelte er auch noch 2016 einfach mal so vom Zillertal nach Sizilien.
Zur Vorbereitung spulte er von 2016 bis 2018 25.000 Trainingskilometer ab!
Und endlich, am 29. Juni um 6.13 Uhr ging es los! Unser 1. Vorsitzender Ernst Ehl ließ es sich nicht nehmen und verabschiedete ihn mit Glückwünschen!
Allein die Tatsache, dass er schon nach drei Tagen in Rügen ankam, um die Fähre nach Schweden zu besteigen, zeigt schon von seiner enormen Fitness!
Grob gesagt, verlief seine Route über Stockholm und Umea, immer mal wieder auf der E4.
Wobei dies die schwierigsten Abschnitte waren, denn es gibt da keinen richtigen Seitenstreifen, nur die weiße Linie und daneben ein paar Zentimeter zur Leitplanke. Sein Trick: „Hold the Line”, hochkonzentriert geradeaus fahren.
Wir sahen auch Dias von seinen verschiedenen Bekanntschaften, wenn nicht sogar zukünftige Freundschaften, wie z.B. von Italienerinnen aus Bormio oder Einheimischen Schwedinnen, oder einem Feuerwehrmann. Das ist ja mit das Schönste auf einer solchen Tour, die Bekanntschaften die man so macht.
Und ein Elch lief auch mal über die Straße! Doch als Wolfi näher zum fotografieren kam, war der leider schon wieder weg!
Mit dem Wetter hatte er irres Glück! Kein Regentropfen in diesen 16 Tagen. Erst auf der letzten Etappe von Alta zum Nordkapp musste er seine Winterkleidung auspacken, sonst hatte er immer wieder Temperaturen bis zu 30 Grad.
Interessant war auch die Strecke zur Insel Mageroya: der knapp 7 km lange Nordkaptunnel, ca. 200 m unter dem Meeresspiegel.
Und am 14. Juli war es endlich soweit. Nach ca. 3400 km, 22655 Höhenmeter, einem Schnitt von 21,4 km/Tag und nur mit einem Platten (!), erreichte er glücklich und gesund sein Ziel!
Für die Rückfahrt investierte er acht Tage und reiste mit dem Schiff, Bus, Zug und Flugzeug. Bei Letzterem passierte leider ein Wehrmutstropfen, denn es verschwand sein Rad und ist bis heute nicht mehr aufgetaucht.
Zum Schluss verriet er uns sein Motto: „Ich habe mein Schicksal angenommen und mache jeden Tag das Beste daraus“. Wahrlich eine Mutmachtour! Hut ab, Wolfi!

Bilder siehe Fotogalerie.

Renate Löw


[weitere Fotos in der Fotogalerie]

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