Veloclub Corona Weiden e.V.

Corona auf Nordkap-Tour Juni 2013

19.11.2013

Am 30.05.13 startete meine lang herbeigesehnte Radltour durch Norwegen. Per Flieger ging es von München via Oslo nach Kirkenes, dem letzten norwegischen Flughafen kurz vor der russischen Grenze bei Murmansk. Da es Probleme mit dem Radtransport gab ( Das Rad kam erst 24 h nach mir an ), erlebte ich meine erste "Weiße Nacht" im Ankunftsbereich des Flughafens --> um Mitternacht scheint die Sonne tatsächlich noch ( siehe Fotos )!!! Übrigens: tolles Wetter hier ( Sonne, blauer Himmel, 24° --> in München 10° und Dauerregen ).

Und da es nachts nicht dunkel wird, startete ich am 31.05.13 gegen 21:30 in Richtung Inari-See (Finnland), am 02.06. ging es dann weiter über Karasjok und Lakselv in Richtung Nordkap. Einen "bleibenden Eindruck" hinterließen an Tag 3 die Tunnel der E69, besonders der Nordkap-Tunnel (Länge ca. 7 km / ~250 m unter dem Meer hindurch, d.h. 3,5 km mit ~8-9% bergab und dann genau so lang wieder hoch), welcher auf die Nordkap-Insel nach Honnigsvag führt. Hier ist in jedem Fall das "Vandrerhjem" (Wandererheim) kurz vorm Ortseingang sehr zu empfehlen. Ich habe mich dort gleich für 2 Tage eingemietet und konnte so die restlichen ca. 33 km mit ~800 hm und starkem Gegenwind bis zum Nordkap ohne Gepäck zurücklegen ( trotzdem heftige Tour ). Zurück nach Honnigsvag sind es dann mit Rückenwind nur ~400 hm. Am 04.06.13 war somit das eigentliche Ziel der Reise schon erreicht. Bis jetzt habe ich in den teueren Hütten (40 - 60 € die Nacht) geschlafen. Die 2,5 Tage nach Honnigsvag, zum Nordkap und zurück nach Olderfjord bin ich gemeinsam mit Theo geradelt: er ist am 20.04. in Gera gestartet, dann ab Görlitz an der Grenze entlang bis Usedom u. Rügen, in Schweden dann weiter Richtung Nordkap. Seine Reise soll weiter durch Finnland, das Baltikum u. die Karpaten ans Schwarze Meer führen. Im Oktober will er wieder in Gera sein (kam am 03.10.13 nach ca. 14.000 km dort auch an). Hut ab vor dem 62-jährigen Ex-Lehrer und jetzigen Altersteilzeitrentner...

Am 05.06.13 begann die lange Rückreise. Zunächst zurück zur E6 bei Olderfjord und von hier aus über Alta und Narvik (hier umfangreiche Militärmanöver) bis nach Fauske. Dort habe ich die teilweise schon recht stark befahrene E6 verlassen (einige Tunnel sind für Radler gesperrt, das bedeutet dann Umwege und zusätzliche hm), um kurz vor Bodö auf die ~700 km langen Küstenstraße (kystriksveien) Rv 17 nach Südwesten abzubiegen. Die Strecke ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Eine Vielzahl von Fährverbindungen bringen immer wieder die Gelegenheit, mit anderen Reisenden (PKW / Wohnmobile / Moped / Busse) ins Gespräch zu kommen. Mittlerweile hatte ich auch schon 3 Mal im Zelt bzw. im Freien (Holzbühne auf einem Campingplatz, den ich erst nach Dienstschluß des Wachhabenden erreichte) übernachtet, einmal sogar am Sandstrand, Wunderschön. Am Ende der Rv 17 bei Steinkjer wird es dann sehr eng auf der E6, zum Glück gibt es z.T. alternative Strecken, gelegentlich auch gut als Radweg ausgeschildert. Die Abschnitte direkt auf der E6 sind für den Radler doch sehr unangenehm, die Durchfahrt durch Trondheim nur nach mehrfachem Fragen erfolgreich. Sobald wie möglich habe ich die E6 verlassen und bin weiter auf der Straße 3 in Richtung Elverum gefahren. Bei durchschnittlich ~135 km pro Tag und nur einem Ruhetag war ich weit vor meinem Zeitplan. Um nicht mehrere Tage bis zum gebuchten Rückflug in Oslo überbrücken zu müssen, bin ich statt dessen noch weiter nach Schweden gefahren. Am Dienstag, 25.06. habe ich morgens Göteborg erreicht. Mit der nächsten Fähre (Stena-Line "Danica" ) wurde sofort nach Frederikshavn / Dänemark übergesetzt, am nächsten Tag weiter per Bahn weiter nach Eckernförde. Donnerstagabend bin ich gesund und munter wieder in Weiden eingetroffen.

Insgesamt bin ich in 23 Radltagen 3.111 km und 22.569 hm geradelt, die letzte Etappe war auch die längste mit 267 km (Start Mo. vorm. ca. 10:00 / Ziel Di. früh ca. 08:30), weil ich einfach keine passende Übernachtungsmöglichkeit finden konnte (nicht mal die Einheimischen konnten mir weiterhelfen in Uddevalla). Insgesamt bin ich ~ 192 h auf dem Radl gesessen. Gefahren habe ich ein Stevens Camino XT 26", welches extra für diese Reise angeschafft wurde. Pannen oder techn. Probleme gab es (abgesehen von temporären Licht-Aussetzern, vermutlich wg. Feuchtigkeit) keine. Auch gesundheitlich war, außer ein paar "Sitzbeschwerden" in den ersten 5 Tagen, alles bestens.

Michael Panhans


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