Tegernsee/Rottach-Egern. (hd)

Am vergangenen Wochenende nutzten zwei Corona-Hornets die "OTV-Cup-Sommerpause" und starteten beim MTB-Marathon am Tegernsee.
Birgit Demel und Herbert Deutschländer vertraten im neuen Vereinsoutfit Ihren Verein. Birgit Demel finishte auf der Mitteldistanz nach 94 km als 7. in Ihrer Klasse, Herbert Deutschänder als 32. Insgesamt erreichten 812 Fahrer aus sämtlichen Klassen das Ziel.

Der vierte Lauf der MV-Master Serie 2001 hatte alle Wetterlagen parat. Nach einem heftigen Gewitter in der Nacht vor dem Rennen mussten sich die Teilnehmer mit einigen heftigen Regenschauern und spärlichem Sonnenschein abfinden. Die Temperaturen blieben bei angenehmen 20 C°.
Wie immer innerhalb der MV-Master Serie standen drei Streckenlängen zur Auswahl. Die kurze Runde betrug 53,1 Kilometer, die mittlere Runde ging über 71,1 Kilometer und wem das noch nicht reichte, der konnte die 90 Kilometer Runde hinter sich und sein Bike bringen.
Dazu addierte sich jeweils die 23 km lange neutralisierte Einführungsrunde, einmal rund um den Tegernsee, bevor der Start offiziell freigegeben wurde.

In der Startaufstellung weit hinten platziert, erwies sich die Einführungsrunde für die beiden Coronesen als recht hilfreich. Sie konnten sich in die Spitzengruppe vorarbeiteten, wo es teilweise auch sehr eng unter den Fahrern zuging. Das Fahrerfeld zog sich dabei ca. 2 km in die Länge.
Nach der Freigabe des Feldes erhöhte sich das Tempo schlagartig. Mit anfangs knapp 50 km/h ging es auf der Mautstraße meist bergauf am Forsthaus Valepp vorbei. Der hier beginnende relativ leichte Schotteranstieg zog das Feld weit auseinander. Nach der Abfahrt an der Erzherzog-Johann-Klause  vorbei ging es an der Bairache Richtung  Grenzübergang wieder nach Deutschland hinein. Hier befindet sich die einzige Tragestrecke im Kurs. Nach der Bachüberquerung über glitschige Baumstämme musste ein Pfad über ca. 100 Höhenmeter im Gänsemarsch bewältigt werden. Während Herbert Deutschländer sich soweit vorne im Fahrerfeld befand, dass er diese Stelle ohne Zeitverlust passieren konnte, hatten sich inzwischen so viele Fahrer an dieser Engstelle eingefunden, dass Birgit Demel über 20 min Daumen anstatt Pedale drehen musste.
Anschließend war der einzige (kurze) MTB-würdige Teilabschnitt bis zur ersten Verpflegungsstation zurückzulegen, bevor es schließlich bergab aus dem Tal heraus Richtung Kreuth ging.
Die zweite Bergaufpassage zum Scharlinger Moos bei km 61 auf breitem Schotterweg bereitete, trotz einsetzendem Regen, ebensowenig Probleme wie die Abfahrt, welche zuerst auf  Schotter und dann auf der Wallbergstraße hinab in rasendem Tempo Richtung Zielgelände führte.
Demel wollte hier das Rennen bereits beenden. Sie stand schon in der  Zieleinfahrt, doch dann packte sie der  Ehrgeiz und sie entschied sich doch noch für die Weiterfahrt auf die mittlere Runde.
Hier ging es für die weiterfahrenden Mountainbiker nun ans Eingemachte. 5,5 km hinauf zum Wallbergsattel, mit mörderischer Steilheit meist weit jenseits von 20 %, verlangten den Fahrern konditionell und fahrtechnisch alles ab.
Den Anstieg ruhig angehend merkte Deutschländer ab der Hälfte der Steigung dass es immer besser lief. Das Tempo immer weiter forcierend konnte er sich schließlich aus einer Gruppe von ca. 20 Fahrern absetzen und ging nach 45 Minuten mit Puls über 170 auf die komplett asphaltierte Abfahrt.
Auch Birgit Demel meisterte diesen Abschnitt bravourös. Während die meisten Männer um sie herum diesen außerordentlich steilen Berg hinaufschoben, musste sie nur an wenigen Stellen kurz vom Rad.
Auf Nebenstraßen rollten die Fahrer schließlich wieder in den Zielbereich, wo beide Hornets nach Vollendung der mittleren Runde das Rennen beendeten.

"Bergauf bin ich zu schnell und bergab zu langsam, so kann ich keine Gruppe finden, mit der ich ein gleichmäßiges Tempo fahren kann" ,so das Resümee von Demel " Die Fahrtechnikschulungen im Verein haben mich bergab schon sicherer gemacht, aber das Tempo fehlt halt noch".
Diese Äußerung wurde auch dadurch bestätigt, dass sie in der Abfahrt, kurz vor dem Ziel noch von einer Konkurrentin eingeholt wurde, die Ihr dann in der Zielkurve keine Chance ließ.
Dennoch bleibt für sie ein hervorragender 7. Platz in einer Gesamtzeit von 5:45.28 h.

"Eigentlich wollte ich die lange Runde fahren", so Deutschländer nach seiner Zielankunft, "aber die letzten zwei Kilometer zum Wallbergsattel hinauf bekam ich starke Kopfschmerzen, außerdem war ich die letzten Tage leicht erkältet, so habe ich mich für die mittlere Runde entschieden. Meine Ziele in diesem Jahr liegen sowieso mehr auf Kurzstrecken wie dem OTV-Cup und MTB-Biathlon."
Mit einer Zeit von 4:18.47 h erreichte er schließlich den 32. Platz in der Alterswertung (40. Gesamt).


Ergebnisliste

Bericht  von MTB-Race